Oh es ist Silvester! Schon ist die Hälfte meines Praktikums wieder rum. Ich kann nicht fassen, wie schnell die letzten 3 Monate vorbei gegangen sind. Am Anfang dachte ich wirklich, dass es eine halbe Ewigkeit bis April sein würde, aber irgendwie ging die Zeit schneller vorbei, als ich ihr hinterher schauen konnte.
Da ich heute immerhin einen halben Arbeitstag hatte, musste ich gezwungermaßen ins Büro, aber erst gegen 10 Uhr. Kurz vor 12 Uhr durfte ich dann auch schon wieder gehen, weil absolut nichts los war. Ich habe mich mit den anderen in der Stadt getroffen, die mir erzählt haben, dass sie im National Museum of Modern Art waren - von dem ich noch nie was gehört habe. Scheint aber ganz interessant zu sein, deshalb werd ich dort wohl auch mal vorbei schauen.
Wir sind auf die Henry St gegangen, weil ich dachte, dass man da vielleicht günstig an Mittagessen kommen könnte. Hmpf, leider nicht. Im Jervis Centre gibts eine tolle Snack bar, die ich immer nur von der Rolltreppe aus beobachten kann, allerdings sehen die Sachen aus der Nähe betrachtet nicht besonders gut aus. Naja, blieb also noch die Möglichkeit zu Burgerking zu gehen. Das hilft meiner schlanken Linie nicht gerade.
Danach bin ich das letzte Mal mit der Bahn gefahren. Sachen gepackt, Taxi gerufen und auf gings nach Donnybrook, in mein neues Haus. Ich hatte es mir schon Mitte Dezember angesehen und fand es echt toll. Warm ist es dort nämlich auch und ich habe einen eigenen Fernseher im Raum. Das Zimmer ist eh recht groß, etwa so groß wie meins in L.-O. (für die, die es kennen). Und das Bad hat eine Badewanne und einen Kamin ;)
Das Taxi war auch gar nicht so teuer, dafür, dass der Typ nach Ballsbridge gefahren ist und dort gemerkt hat, dass er wohl falsch gefahren ist. Hat mir ja glücklicherweise Rabatt gegeben. Hätte ich auch nicht mit mir machen lassen.
Ich habe meine Sachen ausgepackt und irgendwie waren wir danach echt müde. Kristina, die ich vor Weihnachten kennen gelernt habe, wollte auch mitkommen und so mussten wir uns gezwungener Maßen aufmachen und sind gegen 21 Uhr am Hard Rock Cafe angekommen. Leider hat mir Kristina dann mitgeteilt, dass sie leider nicht kommen konnte, denn irgendwie fuhren die Busse nicht mehr und sie wohnt zwischen Flughafen und Stadtzentrum. Das tat mir total leid, denn Silvester allein vor der Glotze verbringen ist ziemlich doof.
Hard Rock Cafe war allerdings nicht besonders gut, denn die ganze Trink-Ecke wurde zu einer Bühne umfunktioniert und die restlichen Ecken durfte man dann nur mit Karte betreten, also sind wir nach einem Drink auch schon weg und haben uns ein neues Plätzchen gesucht.
Dazu muss ich auch noch sagen: draußen war es sehr sehr kalt und mit dünnen Kleidchen herumzulaufen macht bei dem Wetter nicht gerade Spaß. Ich kann diese irischen Mädels nicht verstehen, die komplett ohne Jacke aus dem Haus gehen.
Wir sind ins Port House gegangen, in dem ich auch schon lange nicht mehr war und ich war echt erstaunt, dass so wenig Leute dort waren. Ich hatte es noch schlimmer als Freitagabends in der Temple Bar erwartet (in der es ebenfalls extrem voll war, davon mal abgesehen), aber wieso blieben so viele Leute zu Hause?
Wir hatten zwar keine Sitzplätze, dafür aber einen Top-Platz an der Bühne und suuuuuper Getränke. Ich hab Früli probiert, das ist echt der Hammer, Erdbeerbier aus Belgien. Werde ich mir auf jeden Fall noch einmal holen.
Es begann zu schneien, so viel Schnee hatte ich in Dublin ehrlich gesagt nicht erwartet. Das war nur recht doof, weil ich vorhatte, mit den anderen zur Christchurch zu laufen (wie das traditionell der Fall ist) und es im Pub recht gemütlich war (die Band war recht gut) , aber letzten Ende haben wir alle auf ein tolles Feuerwerk gehofft und sind deshalb den Massen gefolgt, die alle gut gelaunt in Richtung Christchurch tanzten. Wir blieben mitten auf der Straße stehen und dann war es soweit:
2010.
Und wir haben es nicht mitbekommen. Keine Glockenschläge zum Neujahr, kein einziges Feuerwerk. Ich meine, KEIN einziges!!! Es war einfach so 2010. War natürlich echt toll, aber irgendwie auch langweilig... Ich hatte mir schon was spannenderes erwartet.
Kurz darauf war die erste Haltestelle Apache Pizza auf der Dame St. Vorbei waren meine guten Vorsätze fürs Abnehmen - und das nach nur 15 Minuten. War aber verdammt lecker, allerdings habe ich danach gemerkt, wie viel ich wirklich schon getrunken habe. Ich weiß, es waren nur ein Margarita, ein Bier und ein Cider, aber irgendwie hatte es die Mischung in sich.
Wir wollten noch ins Kehoe's und sind danach dorthin geschlendert, allerdings gab es dort kein Bier mehr. Und es war erst 1 Uhr. Enttäuscht sind wir die ganze Grafton St wieder runter und wollten in der Off-Licence noch was zum trinken holen, aber selbst da gab es nichts mehr. Kein Alkohol nach 22 Uhr. Hallo??? Da fängt der Abend doch erst an! Ich versteh die Leute hier nicht. Soll ich mich nachmittags betrinken?
Mehr als genervt sind wir danach runter bis Donnybrook gelaufen. Ich muss zugeben, dass es schon viel praktischer ist, da unten zu wohnen, da man auch nachts dorthin laufen kann ohne Angst zu haben. Das ist die nobelste Wohngegend überhaupt.
Wir waren gegen 2 Uhr zurück und ich muss zugeben, dass ich so früh an Silvester schon lange nicht mehr im Bett war.
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