Dienstag, 5. Januar 2010

Rain

Die letzten Arbeitstage des Jahres durfte ich allein im Büro verbringen, da Siobhán und Daniela Urlaub hatten und Claudia kurzfristig ebenfalls freigenommen hatte. Das war irgendwie ganz witzig, denn dann konnte ich endlich den gottverdammten Scheiß-Radiosender auf eine bessere Frequenz umstellen. Natürlich hatte ich am Anfang ein paar Probleme mit der Alarmanlage, aber zum Glück konnte mir Claudia sagen, wie der Code richtig war (ich hatte die Kombination vergessen, aber die Zahlen stimmten).
Irgendwie ist es ganz toll, sein eigener Chef zu sein und den Laden allein zu schmeißen. Da kommt keiner, der was will und man muss nicht so tun, als würde man was wichtiges machen.
Der Tag hatte eigentlich ganz gut angefangen und ich hatte meine neuen Wollschuhe angezogen, doch dann fing es an zu regnen und ich dachte nur: suuuuuuuuuuper Schuhe haste heute wieder angezogen. Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass alle anderen Leute wussten, dass das Wetter schlecht werden würde.
Ich hab mich mit Lena gegen 1Uhr im Shopping Centre getroffen, dort sind wir natürlich auch erstmal herumgezogen, danach um die Grafton Street und haben uns bei Tesco was zum Essen gekauft. Es war schon kurz vor 3 und ich dachte, vielleicht sollte ich doch mal wieder zurück ins Büro. Dort angekommen wartete schon eine Menge Arbeit auf mich und ich war echt froh, dass ich so schnell wieder da war. Es macht doch nicht so viel Spaß, wenn man alleine ist und man nicht genau weiß, wie das alles funktioniert, aber am Ende habe ich es doch irgendwie hingekriegt.

Da es nicht aufhören wollte zu regnen, sind wir bis 17.30 Uhr im Büro geblieben. Natürlich war es schade, dass der ganze Tag dadurch buchstäblich ins Wasser gefallen ist. Die beste Entscheidung war, einfach ins Kino zu gehen. Wir haben uns Essen gekauft und sind danach zum Savoy auf der O'Connell St gelaufen. Das Kino gefällt mir eigentlich noch viel besser als das Kino auf der Parnell St, und etwas günstiger ist es noch dazu.
Da ich Avatar nicht wirklich sehen wollte, und die Sherlock Holmes Werbung mich andauernd anlacht (ich dachte erst, Robert Downey Jr sei Hugh Jackman), haben wir uns für diesen Film entschieden. Ein bisschen aufgeregt hat mich dann aber, dass die unsere Studentenausweise nicht akzeptiert haben, weil da kein Bild drauf ist. Das ist aber nicht deren Fehler, sondern Fehler unserer Uni. ich verstehe auch nicht, wie die diese Papierlappen so geil finden können.
Wir mussten zwar noch etwa ne Stunde warten, aber die konnte ich wenigstens nutzen, um meine Schuhe zu trocknen. Würg. Ich hasse Regen. Der Film war allerdings ziemlich gut, mit Ausnahme, dass ich nicht verstanden habe, um was es eigentlich ging. Das deprimiert mich schon ein bisschen, wenn man nach 3 Monaten immer noch nicht viel von dem versteht, was da im Film erzählt wird.


Mittwoch fing genauso an, wie Dienstag aufhörte: mit Regen. Dieses Mal war ich aber besser vorbereitet und bin mit wasserfesten Schuhe zur Arbeit. Ich muss sagen, dieses Mal hab ich den Laden sogar ohne Hilfe geschmissen. Es war aber auch nicht viel zu tun.
Marie sollte heute am Flughafen ankommen und gegen 13 Uhr kamen sie und Lena dann auch bei mir am Büro an - etwas durchnässt. Mittagessen gab es bei O'Donoghue's - ein recht berühmter kleiner Pub. Wobei ich jetzt nicht fand, dass daran irgendwas besonderes zu sehen war. Er hat ein kleines Schild am Eingang mit dem Vermerk: Musikpub des Jahres 20xx, ich weiß nicht ganz genau, welches Jahr. Es sind auch einige Bilder von stark beharrten Gesichtern an der Wand, die sich wohl alle als The Dubliners erweisen.
Kurz darauf durfte ich mich auch über ein klein bisschen Hilfe im Büro freuen. Da es einfach nicht aufhören wollte zu regnen und wir ja bekanntlich schon den Tag davor im Kino waren, haben wir Essen gekauft und sind schnurrstracks nach Hause gegangen - eine gute Wahl. Ist schon etwas seltsam, meine Mitbewohner waren nicht da und es war mein letzter Abend in der alten Wohnung... Da kommen schon nostalgische Gefühle auf. :'/

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