Lena, Marie und ich hatten uns ja überlegt, mal aus Dublin rauszufahren - und damit meine ich nicht die DART, sondern mal etwas weiter raus. Ich dachte, Slane Castle und die Ruinen von Newgrange wären ein schönes Ziel. Da das gesamte System hier ja aus Bussen besteht und das Reisen damit relativ günstig ist, suchte ich eine gute Busverbindung raus und ab gings zu Busaras.
Wir waren schon etwas in Verzug und hatten noch 15 Minuten Zeit, um uns Fahrkarten zu holen. Zum Glück nahm der Automat keine 50€-Scheine!
Wir fragten den Typ/die Frau (keine Ahnung, welches Geschlecht DAS hatte), das uns sagte, die nächste Verbindung wäre erst 11.15Uhr. Ok, wir haben uns überlegt, ob wir das machen und sind letztendlich nach Anstellen an jemand anderes Schalter gelangt. Dieser wiederum fragte, ob denn da überhaupt ein Bus hinfahre. Woher sollten wir das denn wissen?
Wir wurden also zum Informationdesk geschickt, der uns nach ner halben Ewigkeit sagen konnte, welche Busnummer die unsere war. Also Tickets bei dem ersten Schalter gekauft, Frühstück geholt und dann gewartet, bis der Bus endlich kam.
Da sagte uns die Busfahrerin, dass durch schlechte Straßenbedingungen und Überflutungen kein Bus über Slane fahren würde... ARGH!!!!! Wir sind zurück zum Informationdesk, sagten der Information, dass der Bus nicht fahren würde - der darüber selbst ziemlich erstaunt war und erhielten letztendlich bei Schalter 1 unser Geld zurück.
Ich will ja nichts sagen, aber ich fühlte mich ein wenig an das Haus, das Verrückte macht aus Asterix erobert Rom erinnert.
Als wäre das nicht genug, hab ich auf dem Weg zum Bahnhof, der wirklich nur 2 Minuten entfernt ist, das zurückgegebene Geld verloren... :((( Ich konnte es nicht glauben, ich hatte noch nie Geld verloren!!!! Das war echt der mieseste Tag des Jahres. Und das war noch keine 48 Stunden alt.
Sehr niedergeschlagen sind wir am Ende doch in die DART eingestiegen - nach knapp 2 Stunden Zeitverschwendung und Frieren. Da das Wetter doch recht freundlich war, ging es eben wieder nach Bray, ich könnte es schon fast meinen Zweitwohnsitz nennen. Dieses Mal wollte ich den Cliff Walk entlang - der schon wieder geschlossen war. Nicht wegen Bauarbeiten, sondern wegen den schlechten Wetterbedingungen. Ich wäre echt fast ausgerastet. Es war echt nicht zu glauben, dass dieses Land wegen ein bisschen Schneefall alles dicht macht.
Wir sind stattdessen zum Gipfelkreuz aufgebrochen, unerwartet endete der asphaltierte Weg auf der Mitte und führte sich in einem Gemisch aus Schnee, Schlamm und Wurzelwerk fort. Es war echt nicht besonders schön, dafür lohnte sich aber die Aussicht umso mehr. Für einen Moment verblieben wir auf dem Berg, genossen die Ruhe und das blaue Meer, das vor unseren Füßen lag.
Ich hatte bemerkt, dass die Leute trotz Warnung den Cliff Walk entlanggingen, was mich leicht ärgerte, denn dann hätten wir den Berg nicht hochklettern müssen. Ich hatte im Vorfeld die Wanderkarte fotografiert, und wollte dieses Mal den richtigen Weg nach unten finden, da dies aber trotz intensiver Suche nicht möglich war, gings einfach querfeldein.
Das war natürlich keine gute Idee, denn der Boden war genauso schlammig wie beim Aufstieg, und als wir unten angekommen waren, waren unsere Schuhe schwarz und unsere Beine von fiesem Stachelzeugs zerstochen. Wir gingen den Rest des Weges nach Greystones und ich hatte nicht erwartet, dass es doch noch so weit war. Auf dem Weg sah ich auch, wieso der Weg eigentlich geschlossen war: der Strand von Greystones auf der Nordseite besteht hauptsächlich aus hohen Klippen und viele davon waren einfach abgerutscht. Teile der Zäune hingen jetzt einfach in der Luft. In der untergehenden Sonne sah das besonders unheimlich aus.
Endlich in Greystones angekommen, ging es auf dem schnellsten Weg zum Bahnhof. Da dort aber der Fahrkartenautomat nicht mehr funktionierte, mussten wir gezwungenermaßen schwarz fahren. In Dublin kommt man allerdings ohne Ticket nicht aus dem Bahnhof und so stiegen wir in Dalkey wieder aus, kauften uns Tickets und nahmen die nächste Bahn.
Zurück in Dublin ist es immer wieder sehr beklemmend, wenn man aus der Pampa in den Großstadtjungle zurückkehrt, besonders Samstag abends. Wir waren müde, lockten Marie aber unter falschem Vorwand in Caroll's und kauften ihr ein Geburtstagsgeschenk. :) Danach gings ins Bankers und dort verbrachten wir den Rest des Abends, trinkend, essend und Spaß habend, obwohl die ganze Zeit über nur Fußball im Fernseher lief. Dann gab es auch endlich das tolle Überraschungsgeschenk: Guinness-Merch!
Es war schade, dass Lenas Flug um 6 Uhr morgens ging, wir blieben bis 3 Uhr wach und verabschiedeten sie dann, um erst gegen 12.30 Uhr am Sonntag morgen wieder aufzustehen. Das war mal wieder einer dieser Gammeltage, an denen man am liebsten nichts machen will, aber trotzdem nicht im Haus bleiben kann.
Wir sind in die Stadt gefahren, haben Mittagessen bei Munchies gehabt, sind auf der Grafton Street ein bisschen shoppen gegangen und wollten eigentlich noch einen kurzen Abstecher ins Castle machen, doch da die Zeit wie im Nu verflog, war das leider schon geschlossen. Ich komme mir langsam total bekloppt vor: man kommt nicht aus Dublin raus, aber auch nicht in verschiedene Sachen in Dublin rein. D:
Da wir nicht genau wussten, was wir machen sollten und es immer noch Maries Geburtstag war, sind wir in ein Pub ihrer Wahl gegangen. Es ging ins Auld Dubliner, dass ich nach dem ruhigen Neujahrsabend sehr lieb gewonnen hatte. Dort wollte ich eigentlich auch nur ein einziges Bier trinken und die Musik genießen, doch dann quatschen uns ein paar Typen an, gaben uns noch ein Bier aus und als ich dann aufstand, war mir so schwindlig, dass ich mich beinahe hingelegt hätte. Ich hatte ja ein Guinnessglas aus dem Pub mitgehen lassen, deshalb hätte ich eigentlich nicht wieder reingehen sollen, aber wir wollten unbedingt Chips mit Salz und Essig essen und bei Abrakebabra gegenüber gab es keinen Essig zu den Pommes, weshalb wir dann aus dem Pub doch noch welchen mitgehen lassen mussten. :D
Leicht betrunken haben wir uns am Ende sogar noch entschlossen, zu McDonalds zu gehen. Das war überhaupt das erste Mal, dass ich in Irland zu McDoof gegangen bin, weil ich das ja eigentlich auch zu Hause habe, aber die Auswahl dort ist gar nicht mal so schlecht. Dummerweise hatten wir ja noch unsere anderen Pommes, die wir unauffällig essen mussten...
Montagnachmittag ging ebenfalls viel zu schnell rum. Marie und ich trafen uns in der Stadt, am "Haus ohne Fenster" XD Ich glaub, das wird jetzt der Running Gag. Sie hat ne tolle Ausbeute im Guinness Storehouse gemacht. Wir sind erneut ein bisschen durch die Stadt - besonders gut war der Ausflug zu Penneys für den Geldbeutel nicht - und danach gings ins die Temple Bar zu einem gemütlichen Guinness. Der Laden ist sogar Montagabends voll, aber fast nur Touristen. Das ist schon ein bisschen schade, denn dadurch geht so einiges an Charme verloren. Ok, ich sollte mich nicht wirklich aus den Touris aussortieren, aber ich bin ja eigentlich keiner.
Dienstag morgen musste Marie dann auch schon wieder weg. Huch, wie die Zeit verrennt. Jetzt kommt erstmal ne riesige Durststrecke, bis ich wieder nach Hause fahre. Zwischendurch kommt niemand vorbei, um mir ein bisschen deutschen Proviant vorbeizubringen. :/
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen